Mit Unterstützung von Linamar: ASG-Schüler programmieren ihren eigenen Chatbot
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Durchgeführt wurde der Workshop in der Klasse vor Ort von Fabian Pingel, verantwortlich für Automation, Innovation und künstliche Intelligenz bei der Linamar Plettenberg GmbH, die das Projekt unterstützte und die benötigte Hardware zur Verfügung stellte. So konnten die Schüler selbst erleben, wie ein kleines Sprachmodell auf einem Raspberry Pi Zero 2 W läuft. Dies ist ein winziger Computer, der nur halb so groß ist wie eine Kreditkarte.
Unter dem Motto „Build Your Own AI“ ging es nicht darum, einfach nur einen Chatbot zu benutzen. Die Jugendlichen sollten verstehen, was hinter den scheinbar klugen Antworten einer KI steckt. Schritt für Schritt wurde gezeigt, wie ein kleines Sprachmodell lokal gestartet werden kann. Alles ohne Cloud, ohne große Rechenzentren und mit deutlich mehr Kontrolle über die eigenen Daten.
KI kann viel, aber nicht denken
Genau dieser lokale Ansatz war Kern des Workshop-Konzepts. Dabei wurde schnell deutlich: Künstliche Intelligenz kann beeindrucken. Wenn ein Sprachmodell auf Fragen antwortet, Texte formuliert oder Zusammenhänge erklärt, wirkt das auf den ersten Blick fast wie echtes Verstehen. Doch die Schüler lernten: Ein Sprachmodell denkt nicht wie ein Mensch. Es „weiß“ Dinge nicht im menschlichen Sinne, sondern berechnet nur, welche Wörter mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit gut zusammenpassen und als nächstes ‚logisch‘ klingen.
Besonders anschaulich wurde dies, als die Klasse erlebte, dass eine KI auch ziemlich danebenliegen kann. Im Workshop tauchten falsche und teilweise lustige Antworten auf, sogenannte Halluzinationen. Beispielsweise sorgte eine scheinbar einfache Frage im Raum für Schmunzeln: „Wer war der erste Mensch auf dem Mars?“ Für die Schülerinnen und Schüler war schnell klar: Niemand, denn auf dem Mars war bis heute noch kein Mensch. Doch das Sprachmodell ließ sich davon nicht irritieren. Statt die falsche Voraussetzung der Frage zu erkennen, antwortete es selbstbewusst und nannte sinngemäß Alan Bean als Mars-Pionier. Der war tatsächlich Astronaut, aber nicht auf dem Mars, sondern als vierter Mensch auf dem Mond. Für die Schüler war gerade dieser Fehler ein wichtiger Aha-Moment.
Ein zentrales Anliegen des Workshops lautete deshalb: KI und große Sprachmodelle können viel, aber unser Gehirn kann vieles deutlich besser. Während ein Modell berechnet, dass eine bestimmte Antwort wahrscheinlich passt, können Menschen Wissen einordnen, Erfahrungen nutzen, Widersprüche erkennen und bewusst nachfragen.
Auch der verantwortungsvolle Umgang mit KI spielte eine wichtige Rolle. Die Botschaft war nicht, KI schlechtzureden. Im Gegenteil: Die Jugendlichen konnten erleben, wie faszinierend die Technik ist. Aber sie lernten auch, dass KI ein Werkzeug ist und kein Ersatz für eigenes Denken.
Quellenangabe: Süderländer Tageblatt vom 20.07.2026, Seite 11





