Am Mittwoch, dem 29. Januar 2020, hatten wir zum zweiten Mal das France Mobil an unserer Schule zu Gast. Der Lektor hieß dieses Jahr Dylan Mussard und er zeigte den Schülern zunächst eine Fahne aus seiner Heimat. Sie hatte die Farben rot-blau-gelb für das Feuer der Vulkane, das Meer und die Sonne dort. Diese Fahne ist aber nicht die offizielle, denn die ist blau-weiß-rot. Bei Dylan zu Hause bezahlt man in Euro, aber die Anreise nach Deutschland war für ihn kein Katzensprung, sondern dauerte elf Stunden mit dem Flugzeug. Wie passt das alles zusammen? Er kam von einer Insel im Indischen Ozean namens Réunion. Sie ist ein französisches Überseedepartement und wird damit von Frankreich aus verwaltet. Die Amtssprache dort ist Französisch, aber in Dylans Familie spricht man, wie in vielen anderen, auch Kreol. Das ist ein Mix aus Französisch und anderen Sprachen.
Dylan präsentierte den Schülerinnen und Schülern nach einer Vorstellungsrunde einen kreolischen Rap. Es galt, in mehreren Gruppen alle Wörter, die verstanden wurden, zu notieren, anschließend mit ihnen eine Nonsens-Geschichte zu erfinden und diese schließlich als Rap vorzutragen. Das war wirklich keine leichte Aufgabe, aber die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
So machten an diesem Tag die Französischlernenden aus den Jahrgangsstufen 9, EF und Q1 die Erfahrung, dass Französisch eine Sprache ist, mit der man sich auch außerhalb Europas in verschiedenen Teilen der Erde verständigen kann, und dass ihre Sprachkenntnisse es ihnen erlauben, in kurzer Zeit und ohne Wörterbuch ein kreatives Produkt in der Fremdsprache zu erstellen, das auch Muttersprachler zum Applaudieren bringt.
Nun ist zu hoffen, dass der Besuch des France Mobil bei vielen zum Nachdenken angeregt hat, Französisch über die Mittelstufe hinaus zu lernen, vielleicht sogar bis zum Abitur – ganz nach Dylans Motto “toujours motivé“, was auf Deutsch auch “immer noch motiviert” bedeuten kann.
Wolfgang Kriz

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